Kindergarten und gute Lehrer sind wichtig
Wenn das mit der Karriere nicht so hinhaut, dann hatte man wohl eine schlechte Kindergarten Tante. Das hat eine aktuelle Studie ergeben.
Schüler zu Datenweitergabe an Microsoft verpflichtet
Mir wurden gerade ein paar interessante Links zum Thema live@edu zugesteckt.
Das ist ein Dienst von Microsoft mit dem sie Schülern und Lehrern Exchange Accounts zum Emailen, zur Terminverwaltung sowie über SkyDrive Möglichkeiten zur Datenablage bieten. Allerdings ist das Datenschutz Rechtlich ziemlich Problematisch. Die Schweizer haben sich das mal genauer angesehen, und raten ausdrücklich dazu, diesen Service nicht zu nutzen. Weil:
Zustimmungserklärung: Mit der Zustimmungserklärung wird Microsoft ausdrücklich ermächtigt, persönliche Schülerdaten ('Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Postanschrift usw.') auf Vorrat zu sammeln, zu benutzen und bekannt zu machen und selbst nach einer allfälligen Kündigung des Vertrags durch die Schule diese Schülerdaten auf individueller Basis weiter zu bewirtschaften
Die HTL Dornbirn hier in Vorarlberg ist so ein Kandidat der live@edu in einem Projekt eingeführt hat. Es gibt ungefähr ein Dutzend Lehrer die sich weigern den Service zu nutzen und infolge dessen von der Schule keine Informationen mehr erhalten. Die Schüler hingegen werden aber zur Verwendung gezwungen, andernfalls würden sie vom Unterricht ausgeschlossen werden.
Vielleicht ist noch anzumerken, dass die Daten nicht in Österreich gespeichert werden, und somit auch gar nicht mehr österreichischem Datenschutzrecht unterliegen. Oh, und die Daten werden auch nicht direkt von Microsoft, sondern von Helliwood media & education verwaltet.
Hier gibt es noch weitere Informationen
Update:
Korrektur: Helliwood macht das in der Schweiz, für Österreich scheint da eine andere Firma zuständig zu sein.
Update2:
Für Österreich und Deutschland macht das wohl die AixConcept GmbH
Schlimmer als Schüler...
... sind nur die Lehrer.
[...] So gaben die Schulleiter an, dass beinahe zehn Prozent der Lehrer zu spät kommen, über zwanzig Prozent "sehr viel" oder "zu einem gewissen Ausmaß" abwesend sind und sich vierzehn Prozent nicht genügend auf den Unterricht vorbereiten.
Schulklassengröße kein Einfluss auf Qualität des Unterrichts
Jedenfalls nicht im Bereich von 16 - 36 Schülern. Darunter wird der Unterricht wesentlich besser, darüber schlechter.
Ist an und für sich recht einleuchtend. Sehen aber wohl nicht alle so:
Die Politik zeigt sich von dieser oder ähnlichen Studien unbeeindruckt, die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl wird nicht zuletzt von Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) als Perspektive genannt
Als Alternative zur Investition in kleinere Klassen schlägt Bos - so wie in Skandinavien üblich - die Anstellung von "Co-Teachern" vor. Diese zusätzlichen Lehrkräfte könnten sowohl die schwächsten als auch für die besten SchülerInnen fördern, beispielsweise durch zusätzliche Materialien während einer Stunde oder besondere Förderung einzelner in Kleingruppen außerhalb des Klassenverbands.
Und die Lehrer die dafür benötigt werden zaubern wir einfach aus einem Hut? Hat der schon vergessen das in den kommenden Jahren ein Haufen Lehrer pensionieren aber nur ein Bruchteil nachkommt? Mal abgesehen von den Kosten.
Schule: Sitzenbleiben abschaffen
Man merkt das der Sommer vorbei ist. Auch die Politiker arbeiten wieder.
Da kommen dann auch gleich wieder tolle Ideen. Zum Beispiel von der Frau Schmied. Die findet nämlich, man könnte das Sitzenbleiben abschaffen.
Das Sitzenbleiben sei nicht nur pädagogisch fragwürdig, sondern auch ökonomisch einfach wahnsinnig teuer, meinte Schmied.
Die Matura gibt es dann zukünftig für 3 Euro beim Kiosk und für 2 Euro Aufpreis darf man sich auch noch einen Doktortitel aussuchen.
Lehrer Interview
Sehr schönes Interview eines Lehrers.
Das mit den Dritteln dürfte wohl auf alle anderen Berufs-Kategorien auch zutreffen.
Studiengebühren - waren nie lange weg?
Wenn es in Österreich heißt man würde versuchen das Bildungssystem verbessern, dann spricht man eigentlich davon die Bildung zumindest auf einem ungefähr ähnlichen Niveau zu halten und dabei die Kosten zu reduzieren.
Da braucht man sich dann auch nicht wundern, wenn es nun auf einmal wieder heißt dass Studiengebühren eigentlich eine gute Idee wären. Aber immerhin, war ein schönes Wahlkampfthema. Nun ist da Gras drüber gewachsen und man kann es wieder rückgängig machen. Mir soll es recht sein, ich war sowieso gegen die Abschaffung der Studiengebühren. Besser sie hätten das Stipendien-System etwas um-modelliert.
Einheitsbrei Matura ab 2013/14
Nun ist das Thema wohl beschlossene Sache. Bereits letztes Jahr hatte ich dazu ein paar kritische Worte verloren. An meiner Einstellung dazu hat sich seither nicht viel geändert. Schüler die das Pech haben eine nur minder qualifizierte Lehrperson zu erhalten werden dadurch weiter benachteiligt. Dazu kommt noch die Problematik der unterschiedlichen Schulformen. An einer HTL wird mitunter weniger Englisch unterrichtet als an einer AHS - zur Matura wird dann aber selbe geprüft werden. Eine weitere Problematik ist die Beurteilung. Die Lehrer sollen zwar einen einheitlichen Korrekturschlüssel erhalten. Aber dennoch gibt es bei der Beurteilung Abweichungen um zwei bis drei Noten. Und das sind nur die offensichtlicheren Probleme. Natürlich, die aktuelle Situation ist auch alles andere als zufriedenstellend. Aber die Abschlussprüfung ist nur das Resultat der vier bzw. fünf vorhergehenden Jahre. Bei denen sollte angepackt werden.
Von Schule, Schüler und Lehrer
Ich glaub ich hau hier mal wieder ein paar kürzere Blogposts raus. Das frisst sonst einfach zuviel Zeit.
Zum Beispiel hab ich da diesen Artikel gefunden. Da fanden es Schüler, und deren Eltern, anscheinend nicht okay, dass ihnen Fragen wie Wie oft waren sie im letzten Monat sexuell aktiv? gestellt wurden.
Ich persönlich würde das eigentlich nicht so kritisch betrachten. Vor allem weil die Ergebnisse sicher spannend zu lesen wären. So etwas wie Jugendliche die sich geliebt fühlen und viel Sex haben sind die besseren Schüler oder ähnliches. Als Reaktion könnte man dann den Leibesübungen- /Sportunterricht (oder was auch immer gerade die aktuelle Bezeichnung dafür sein mag) mit praktischer Sexualkunde austauschen. DAS gäbe dann sicherlich einen Aufstand.
Dann gibt es da noch ein paar Studien Ergebnisse. Lehrer sind zwar im Grunde genommen mit ihrer Arbeit zufrieden, wünschen sich jedoch mehr unterstützendes Personal sowie Feedback und mehr Wertschätzung. Der niedrige Frauenanteil in Führungspositionen sei ärgerlich.
Ein solches Ergebnis dürfte man bei allen anderen Berufen ebenfalls erhalten. Wertschätzung will doch ohnehin jeder und unterstützendes Personal kann man auch immer gebrauchen. Und wenn es nur zum Kaffee holen da ist.
Ach. Laut dieser Meldung kostet ein Schüler durchschnittlich 7000 Euro pro Jahr
Differenziert nach Schultypen betrachtet zeigt sich, dass die höchsten Aufwendungen pro Schüler mit 25.582 Euro an den Sonderschulen erreicht werden
An zweiter Stelle liegen die land- und forstwirtschaftlichen BMHS, die mit 14.624 Euro doppelt so hohe Pro-Kopf-Aufwendungen haben wie kaufmännische oder Tourismus-BMHS (knapp über 7.000 Euro). Im Schnitt liegen die Aufwendungen an den BMHS pro Schüler bei 9.007 Euro, an Berufsschulen sind es 10.043 Euro.
Fazit:
- Ein Abgeordneter kostet im Monat also soviel wie ein Schüler im Jahr.
- Viel Input, wenig Output
- Wenn man sich mal die Lehrergehälter anschaut sieht man, dass da der Großteil der Mittel in die Verwaltung fließt.
Open Source macht Schule (oder auch nicht)
Schön das es irgendwo in Österreich doch auch Vorzeigeprojekte zu geben scheint. Hier in Vorarlberg weiß ich leider nur von Schulen an denen Linux User diskriminiert und Open Source im allgemeinen eher in den Hintergrund zu rücken scheint.
Seit kurzem steht in den weiterführenden Schulen der Alpenrepublik Open Source auf dem Lehrplan. Der lizenzfreie Schuldesktop „desktop4education“ basiert auf openSuseLinux als Betriebssystem und dem Office-Paket „StarOffice“, einer von Sun Microsystems entwickelten Version der freien Software OpenOffice.org.
Lizenzfrei in Zusammenhang mit StarOffice?
Die Schulen können selbst entscheiden, ob und in welchem Umfang sie auf die freie Software umsteigen. Und das Interesse ist enorm: Die Erstauflage von 2.000 Installations-DVDs, deren Produktion von Sun Microsystems gesponsert wurde, war im Nu vergriffen. Auf Schulanfragen wurden bislang schon weitere 8.000 DVDs nachproduziert.
Okay, das erklärt natürlich einiges. Wenn da ein Sponsor dahinter ist, der dafür zahlt, dass man freie Produkte verwendet, dann ist da natürlich Interesse vorhanden.
Primär geht es um eine umfassende Ausbildung der Schüler. Sie sollen Textverarbeitung lernen, nicht Winword“, so Kristöfl.
Schön reden kann man es natürlich trotzdem.
Wenig Bildung macht Arbeitslos... oder auch nicht.
Hach, was für eine tolle Meldung.
MS: Fast die Hälfte aller Arbeitslosen hat nur Pflichtschulabschluss - Hochschulabsolventen im Vorteil
Und die ersten Unis überlegen sich bereits das Studium Reinigungsmethoden und Hygienetechnik einzuführen. Ausbildung wird schließlich immer wichtiger!
Das Arbeitslosenrisiko von Personen mit mittlerem Bildungsabschluss - also mit Berufsausbildung oder Matura ohne Studium - lag bei AHS-Absolventen bei 3,0 Prozent, bei Absolventen von Berufsbildenden Mittleren Schulen (BHS) bei 2,8 Prozent, bei Absolventen von Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS) bei 3,1 Prozent.
Was lernen wir daraus? BMS > BHS. Und das derstandard.at da einen Tippfehler hat.
Edit: Da sieht man auch gut wo uns die Technik hinführt. Eigentlich ist sie da um unser Leben zu vereinfachen. Aber im Prinzip wird alles nur komplizierter, so dass man sich ohne anständige Ausbildung gar nicht mehr zurechtfindet.